SONDERAUSGABE

Simchat Torah, der Tag der Torahfreude ein Jahr nach dem Massaker nach dem jüdischen Kalendar

Heute Abend tanzen wir mit der Torah.

Und die Erinnerungen an die 1200 Menschen

die vor einem Jahr ermordet wurden,

sind in jedem einzelnen unserer Schritte eingewoben.

  Wir werden ihre Seelen erheben.

 Und sie werden unsere Seelen noch höher erheben.“

Akiva Gersh

Geschrieben von Talya Goldstein

Redaktion und Layout: Charlyn Meinhardt

Am Freitag war Simchat Torah. Nach jüdischen Kalendar das Fest an dem die schrecklichen schrecklichen Ereignisse des 7. Oktober 2023 stattfanden.

Der jährliche Zyklus der Torahlesungen wird mit diesem Tag freudig beendet und mit dem Abschnitt über den Schöpfungsbericht im 1. Buch Mose wieder begonnen.

Ein neuer Abschnitt. Ein Neubeginn.

Bereshit Bara Elohim[1] - „Am Anfang erschuf Gott…“

Mit diesen Worten beginnt die Torah. Auch dieses werden wir erneut in den Anfang aller Anfänge eintauchen und ihn wieder Jahr neu erleben.

Die Tiefen des ursprünglichen Chaos (tohu v’bohu) transformieren sich in ein stetiges Werden und Entstehen.

Wir brauchen eine Erneuerung unserer Seelen, die sich in tiefer Trauer befinden und sich nach Erleichterung sehnen. Möge in diesem Jahr diese Erleichterung und ein Neuanfang für das jüdische Volk bereit stehen!

Wo war ich heute, genau vor einem Jahr?

Im September 2023 bin ich von Jerusalem nach Safed gezogen. Ein bisschen mehr Natur sollte es für mich sein. Ich zog in ein kleines Häuschen zunächst nur zur Zwischenmiete für drei Monate. Über die Feiertage lud ich Freunde aus Jerusalem ein. Wir machten es uns gemütlich und gingen am Abend in die Synagoge zum Essen. Das Mittagessen am nächsten Tag fand ganz gemütlich bei mir zuhause statt und wir gingen in einen nahe gelegenen Nationalpark spazieren.

Ich konnte dort schon spüren, dass irgendetwas in der Luft lag

Am Abend überprüfte ich die Whatsapp-Nachrichten auf meinem Handy:[1] 

„Ist alles ok bei dir?“ … „Melde dich bitte!“

Ja, bis zu diesem Moment war alles ok. In der nächsten Sekunde fing die Panik an sich auszubreiten.

Es wurden Hunderte Menschen als vermisst gemeldet, was ich erst realisierte als ich wieder aus dem Dunst von Freude und Erholung entflohen war. Immernoch hing in dieser Panik die Spur von Leichtigkeit.

“Sind alle ok?”, kreiste mir durch den Kopf.  

Ich schrieb viele Nachrichten, um herauszufinden, wo meine Freunde sind und wie es ihnen geht. Wir wussten gar nichts Genaues am Abend des 7. Oktober, es herrschte absolutes Chaos. Erst langsam kamen einzelne Informationen rein und ich erinnere mich, dass wir bis spät in die Nacht die Nachrichten verfolgten.

Mit dieser Nacht fing ein dunkles Jahr an und wir ahnten noch nicht, wie tief Trauer, Schock und Leid sich in unseren Seelen verankern würden.

Ich möchte von Freunden und Bekannten wissen, wie sie auf das letzte Jahr zurückzublicken. Ich habe sie daher gefragt wie es ihnen alle seit dem letzten Simchat Torah ergangen ist und wie sie diese Tage erlebt haben.

Wo warst du und wie hast du den Tag Simchat Torah 5784 (2023) verbracht?

Talie Kramer Foto: privat

Ich wachte auf und hörte die Nachrichten, weckte meine Tochter auf und brachte sie zum Militärstützpunkt. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, die Nachrichten zu schauen, um zu sehen, wie sich die Dinge entwickelten.”

Talie

“Der 7. Oktober 2023 war ein Shabbat und wir waren in der Synagoge. Safed ist ein religiöser Ort und besonders in unserer Nachbarschaft ist jeder religiös. Also haben die Leute die Nachrichten am Morgen noch nicht gewusst.

Wir gingen sehr früh in die Synagoge, so gegen 7:30 Uhr. Gegen 9:30/10:00 waren wir auf dem Weg zurück zuhause, vorbei an einer englisch-sprechenden Synagoge. Dort waren zwei Jungs, die uns sagten: „Es gab ein riesen Massaker und hunderte Menschen sind gestorben.“ Sie wussten aber nicht genau wo, vielleicht in Tel Aviv oder Jerusalem – also sie hatten noch nicht die konkreten Informationen. Sie hatten diesen russisch-sprechenden Nachbarn, der ihnen etwas sagte. Wir kamen also nachhause und wussten nicht genau, ob das nun wahr ist oder nicht. Es war wirklich schwer zu glauben. Ich schickte meinen Mann zur medizinischen Hochschule in unserer Nachbarschaft, um den arabischen Sicherheitsmann zu fragen, ob er die Nachrichten gesehen hat.

Er bejahte und bestätigte, dass hunderte Menschen ermordet wurden. Eine andere Nachbarin kam und gab uns Informationen darüber, was bei dem Festival passiert ist. Am Abend schaltete ich die Nachrichten an und war zutiefst schockiert. Ich rief meinen Sohn an, der in einem sehr religiösen Ort lebt. Er hatte noch gar keine Ahnung. Ich war einfach in einem absoluten Schockzustand und konnte nicht verstehen, was und wie das passieren konnte. Ich war lange Zeit wie in einer Trance, habe nur die Geschichten gelesen und Bilder gesehen. Ich versuchte, nicht die Bilder des Massakers direkt anzusehen, sah jedoch die Bilder von Toten und Fotos von Familien als sie noch am Leben waren und wusste gleichzeitig, dass sie nicht mehr unter uns sind. Ich kenne viele Menschen, die jemanden verloren haben. Der Besitzer des Hauses, in dem wir wohnen, verlor seinen Neffen. Er war ein Soldat an der Grenze. Da waren noch zwei andere befreundete Soldaten, die am Wochenende gekellnert haben. Keiner wusste, wo sie waren. Wir beteten alle, dass sie sicher sind. Sie wurden schließlich nach zwei Wochen tot aufgefunden. Wir sind zu ihrer Beerdigung gegangen und anschließend zur Shiva (Trauerwoche), um ihre Eltern zu besuchen.”

Elena

“Wir waren einen Tag vor dem 7. Oktober bei unserer Freundin Talya angekommen. Ich war dort mit meinem Mann und seinen beiden Brüdern, von denen einer zum ersten Mal Israel besuchte. Wir wollten ein schönes und spirituelles Fest in der Atmosphäre von Safed feiern und hatten keine Ahnung, was auf uns zukommen würde. Am Tag selbst verbrachten wir viel Zeit draußen in der Natur. Da wir wegen des Feiertags unsere Handys nicht benutzten, bekamen wir zunächst nichts von dem schrecklichen Massaker mit.


Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mein Mann und ich fast gleichzeitig aufwachten und uns in die Augen sahen. Beide sagten wir zueinander: „Ich hatte einen furchtbaren Traum.“ Es war, als hätten unsere Seelen etwas gespürt. Ich träumte von einer Alien-Invasion und mein Mann von einem Massaker an Frauen. Wir verbrachten den Tag in einem Naturschutzgebiet und ahnten nichts.


Als wir dann Militärjets hörten und sahen, fragten wir uns zwar, was los sei. An einem Feiertag erwartet man keine Manöver, und wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, was wirklich geschehen war. Erst nach Sonnenuntergang, als der Feiertag endete und wir unsere Handys in die Hand nahmen, waren wir schockiert. Anrufe und Nachrichten von Familie und Freunden aus Deutschland überfluteten uns, doch das ganze Ausmaß der Tragödie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.


An diesem Tag wurde unser Leben von einer Welle des Entsetzens, der Angst, Unsicherheit und der tiefen Trauer erfasst – Gefühle, die uns das ganze Jahr über begleiteten. Nach und nach wurde das schreckliche Ausmaß immer deutlicher. Das an diesem Tag ein Krieg beginnen würde, der sich so weitreichend und international ausdehnen sollte und eine schreckliche Welle von Antisemitismus und Israelhass mit sich bringen würde, war uns damals unvorstellbar.”

Tehilah

“Ich war mit meiner Familie im Haus meiner Eltern. Die Tänze waren sehr fröhlich und enthusiastisch, ich glaube mehr als in den Jahren zuvor.”

Eli

Nili und Daniel mit ihrem Kind Quelle: privat

“Wir waren in Safed in der Synagoge. Ich (Nili) erinnere mich an einen Spaziergang und dass ich Busse am Shabbat und Simchat Torah fahren sah, was ich sehr seltsam fand, weil Safed eine religiöse Stadt ist. Ich erinnere mich auch daran, dass ich einen Mann mit Kippa in Uniform auf dem Weg zum zentralen Busbahnhof gesehen habe. Auch das fand ich merkwürdig, weil ich damals noch nichts von den Ereignissen im Süden gehört hatte.”

Nili und Daniel

Wie hat sich das ganze letzte Jahr auf dich ausgewirkt?

“Dieses Jahr war sehr intensiv. Einen Krieg zu überstehen war in vielerlei Hinsicht hart. Da meine Tochter beim Militär ist, belastet dies mich zusätzlich.

Als letztes Jahr bekannt wurde, dass Terroristen die Grenze durchbrochen hatten, wussten wir nicht, was das bedeutet.

Während die Nachrichten ständig aktualisiert wurden, waren die traumatischen Ereignisse der Morde, Folterungen und Geiselnahmen einfach unerträglich. Es fühlte sich wie eine große Verletzung und Tragödie an, dass es schwer war zu laufen, zu sprechen und sogar zu atmen.

Es dauerte viele Wochen, bis ich mich ein wenig von dem Schock erholte. Und immer noch werden unschuldige Menschen von diesen Barbaren als Geiseln gehalten, deren einziger Wunsch darin besteht, uns zu foltern und [Israel] von der Landkarte zu eliminieren.

Es ist ein Zustand der Verletzlichkeit, den man nicht beschreiben kann. Er trifft den Kern des eigenen Wesens.

In Israel haben wir oft das Gefühl, eine große Familie zu sein; ein Herz und eine Seele. Natürlich kämpfen wir wie Brüder. Aber tief in unserem Inneren sind wir alle hier, um nach Jahren der Sehnsucht den Traum einer sicheren jüdischen Heimat für unser Volk zu verwirklichen. Nach den Ereignissen vom 7. Oktober war der Hass, der auf der ganzen Welt herrschte, spürbar. Wir lebten nicht mehr in unserer Blase des Friedens.

Viele verschiedene Gedanken schießen uns durch den Kopf. Da sind Enttäuschung, Traurigkeit und Wut.

Wut auf unsere Feinde, manchmal auf unsere Regierung und manchmal auf alle, die unser Bedürfnis nach einer jüdischen Heimat nicht verstehen und akzeptieren können.

Inmitten der Verzweiflung gab es Gefühle der Hoffnung, die vor allem von den Ländern und Menschen auf der ganzen Welt hervorgerufen wurden, die sich die Zeit nahmen, solidarisch mit uns zu sein und gemeinsam, um unsere Verluste zu trauern. Diese Momente bedeuten mir und meiner Familie die Welt. Es hat mir geholfen, meinen Kindern zu zeigen, dass es in ihrem Leben noch Hoffnung auf Frieden gibt.”

Talie 

Portrait von Eli Quelle: privat

“Ich war den ganzen darauffolgenden Monat in einer tiefen dunklen und schweren Wolke über meinem Kopf gefangen und ich habe mir immer nur die Bilder angesehen. Ich las viele Geschichten von Menschen, die gerettet wurden und auch Geschichten von Helden, die andere gerettet haben. Darunter waren auch Berichte von Menschen, die gestorben sind. Es hat einige Monate gedauert, bis ich einigermaßen realisieren konnte, was passiert ist.

Danach kam die Wut in mir hoch.

Letztendlich wollte ich nur Frieden haben und einen Sieg – Zusammen werden wir ihn erreichen.

Es trifft mich sehr, dass wir immernoch im Krieg sind. Ich denke, dass wir dabei sind, diesen Krieg für uns zu entscheiden. Mehr noch als vor einem halben Jahr.

Ich bin verärgert darüber, dass der Norden evakuiert ist – Ortschaften, die ganz in unserer Nähe sind. Ein Kollege meines Mannes wurde im Norden evakuiert.

Auch jetzt befinden wir uns in sehr beängstigenden Tagen und es tut mir weh zu sehen, wieviele Soldaten fallen. Ich lese immernoch die Geschichten und höre von Toten und gehe zu ihren Beerdigungen. Mein Sohn wird seinen Militärdienst im März antreten. Der Gedanke daran ist sehr schlimm, aber auch das ist bedeutsam.”

Elena

“Ich habe oft gedacht, dass ich zu der Generation gehöre, die ohne Krieg aufwächst – eine Generation, die von den Gräueln verschont bleibt. Diese Hoffnung trug ich in mir, als wäre sie ein unausgesprochenes Versprechen. Doch nach und nach, in den Tagen nach dem 7. Oktober, wurde mir klar, wie zerbrechlich dieser Traum ist. Unser Leben veränderte sich mit einem Mal, als wir am 8. Oktober nach Jerusalem zurückkehrten. Wir waren noch immer gefangen in einem Schockzustand, voller unbeantworteter Fragen: Wie konnte das passieren? Warum? Wie konnte das Versprechen „Nie wieder“ so brutal gebrochen werden? Wo war unsere Armee? Wie ist es möglich, dass in unserer modernen Welt so etwas Grauenhaftes geschehen kann?
Es zerriss mich innerlich, als ich an die Menschen dachte, die auf einem Festival des Friedens tanzten – und plötzlich brutal ausgelöscht wurden.

Und dann die Bewohner der Kibbutzim nahe des Gaza-Streifens, die sich so selbstlos für die Rechte der arabischen Bevölkerung eingesetzt haben, sogar mit Hilfsprojekten in Gaza. Warum mussten gerade sie sterben?

Es schien, als ob das Herz unseres Landes blutete.”

Tehilah

“Das ganze letzte Jahr war ziemlich verwirrend und voller gemischter Gefühle.

Ich war sehr stolz auf das jüdische Volk als Ganzes. Es gab so viele freiwillige Helfer, die keine Sekunde zögerten und entweder ihre Zeit opferten, um zu helfen oder Geld und andere Dinge spendeten, die dringend benötigt wurden. Dann gab es all diese Heldengeschichten, die mich aufmunterten. Leider gab es meinerseits auch die Erkenntnis dessen, dass gewisse Gruppierungen unter uns darauf bedacht sind, uns voneinander zu trennen.

Außerdem mache ich mir große Sorgen, dass das kollektive Trauma, das wir alle erleben, noch lange anhalten wird.

Dennoch erinnerte ich mich immer wieder daran, dass wir ‘The People Of Forever’ sind und wir das durchstehen werden, wie auch immer wir das schaffen werden ...”

Eli

“Es war ein herausforderndes Jahr. Einerseits hat dieser Krieg meinen Glauben und Vertrauen in Gott gestärkt. Das ist wie eine Säule, etwas, das zusammenhält. So leben wir unser Leben. Andererseits war ich im Oktober (unmittelbar nach Kriegsbeginn) mit meinem erstgeborenen Kind schwanger. Daher gab es große Bedenken sowohl von meiner Seite als auch von der Seite der Familie meines Mannes, die außerhalb Israels lebte. Es hat für mich viel unnötigen Stress verursacht. Es widersprach auch meinem erneuerten Vertrauen in Gott. Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Familien uns nicht aus Sorge dazu drängen würden, Israel zu verlassen, sondern dass sie uns stärker unterstützt und ermutigt hätten gerade in diesen schwierigen Zeiten in Israel zu bleiben.”

Nili und Daniel

Welche Hoffnungen und Wünsche hast du in diesem Jahr an Simchat Torah 2024, die du ins nächste Jahr mitnehmen möchtest?

“Jetzt, ein Jahr später, haben wir immer noch Geiseln, von denen wir nicht wissen, wo sie sind. Vor allem sind diese jungen Mädchen 19 -20 Jahre alt, genauso alt wie meine Tochter. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke.

Die Soldaten, die täglich ihr Leben riskieren, um unsere Grenzen zu schützen. Mit jedem Opfer geht ein großes Gefühl von Verlust und Trauer einher. Jedes Bild, jede Geschichte, jede Beerdigung ist herzzerreißend.

Heute träume ich von einem Tag, an dem dieser Krieg vorbei ist und die Stille des Friedens die Luft erfüllt.

Ich träume von dem Tag, an dem jede Nation ihre jeweiligen Landesgrenzen hat und wir uns von der anderen Seite nur gegenseitig Frieden wünschen.

Ich wünsche den radikalen Extremisten, ob Juden oder nicht, eine radikale Akzeptanz des Anderen und dass wir mit einem neuen Respekt für die Achtung der Menschheit voran schreiten. Letztendlich wünsche ich mir für meine Kinder eine viel bessere Zukunft.”

Talie

“Gestern ist das diesjährige Simchat Torah Fest gewesen und wir befinden uns immernoch im Krieg.

Ich persönlich möchte einen Sieg haben und zwar sehr bald. Ich möchte nicht, dass dieser Krieg noch länger geht und glaube an große Wunder, die uns dazu bringen, dass wir diesen Krieg für uns entscheiden.

Ich hoffe, dass unsere Leute bald wieder nachhause kommen – seien es die Geiseln oder die Soldaten.

Ich wünsche mir, dass Menschen wieder mit Freude sorglos auf Partys gehen können und ganz genau wissen, dass wir ein Land haben, das sie beschützt. Unsere Kinder müssen auch wieder sicher Vollzeit in die Schule gehen können. All das wünsche ich mir sofort und dass wir ein fröhliches Chanukka-Fest haben werden mit vielen Wundern.”

Elena

Elena Quelle: privat

“Heute endet ein weiterer Zyklus der Torah, und ein neuer beginnt. Dieser Moment fühlt sich an wie ein Atemzug, der uns innehalten lässt. Bei jedem jüdischen Feiertag sprechen wir den Segen „Shehechiyanu“ - ein Gebet, das uns daran erinnert, wie gesegnet wir sind, diesen Moment erleben zu dürfen, am Leben zu sein, zusammen zu sein. Es ist eine tiefe Dankbarkeit, die uns trotz allem das Wunder des Lebens spüren lässt.
Für dieses Simchat Torah wünsche ich mir, dass wir genau dieses Geschenk des Lebens in den Vordergrund stellen. Dass wir uns bewusst machen, wie kostbar es ist, selbst in den dunkelsten Zeiten weiter zu existieren, zu lieben und zu hoffen. Unser Kampf ist schmerzhaft, und der Preis, den wir als kleine Nation zahlen, ist hoch. Doch wir dürfen auch nicht vergessen, wie weit wir schon gekommen sind und wie viel wir bereits erreicht haben im Kampf gegen den Terror.
Mein tiefster Wunsch für das kommende Jahr ist, dass die Geiseln aus Gaza endlich heimkehren. Dass sie aus der Dunkelheit befreit werden und wir sie mit offenen Armen empfangen können. Ich wünsche mir, dass ihre unvorstellbaren Qualen enden und sie wieder Teil unseres Lebens, unserer Gemeinschaft werden. Dass wir gemeinsam nicht nur überleben, wir uns daran erinnern, was wir verloren haben und an die Stärke, die uns verbindet.

Die Erinnerung an die Gefallenen wird niemals verblassen; ihr Opfer ist unauslöschlich in unsere Herzen und Seelen eingraviert, und es liegt an uns, ihr Andenken für immer lebendig zu halten.

Ich hoffe, dass die Welt, die von Frieden spricht, endlich erkennt, dass dieser nur möglich ist, wenn sie Israel in diesem Kampf unterstützt, die Wahrheit sehen und sich an die Seite unserer Nation stellen, die gerade fast allein gegen den Terror im Nahen Osten kämpft.

Ich wünsche mir, dass jene, die gegen uns planen und uns hassen, scheitern.

Dass ihre Kräfte versiegen und ihre Pläne in sich zusammenfallen. Und am meisten sehne ich mich nach einem Israel, das in einem friedlichen Nahen Osten erblüht. Ein Israel, in dem wir unsere Kinder ohne Angst aufziehen können, in dem sie in einer Welt voller Respekt und Miteinander leben dürfen. Ein Ort, an dem wir in Frieden leben, gemeinsam lachen und uns wieder sicher fühlen können.

Telilah

“Dies sind meine Gebete und Herzenswünsche für das nächste Jahr: Ich wünsche mir starke Einheit unter uns und Freundschaft mit der Welt.

Ich hoffe, dass der Krieg so schnell wie möglich endet (nachdem wir alle Ziele erreicht und einen dauerhaften Frieden vorfinden können), mit minimalen Schäden an Körper, Geist und Seele.

Und natürlich, dass alle Soldaten, Entführten und Evakuierten sicher in ihre Häuser zurückkommen.” 

Eli

Unsere Wünsche sind:

 

Dass es mehr Einheit und Liebe unter dem jüdischen Volk geben wird, wir daraus lernen und gemeinsam als Nation daran wachsen werden.

Dass wir unsere Feinde vernichten werden (Hamas, Hisbollah, Huthi, Iran).

Dass wir unsere Geiseln zurückbekommen und natürlich dass wir endlich die messianische Zeit der Erlösung erreichen.”

Nili und Daniel

Ich möchte diese Sonderausgabe mit den Worten eines Aushangs zu Simchat Torah am Artist Quarter Minyan beenden: 

„Freude an Simchat Torah bedeutet Sieg.

 

Die heutigen Feinde Israels, wie die Nazis während des Holocaust, richteten ihre Grausamkeit auf israelische Feiertage und Feste, um den Geist des jüdischen Volkes zu brechen.

 

Wir werden ihnen nicht geben, was sie wollen. Wir werden weiterhin unsere Feiertage feiern und uns über Simchat Torah freuen - trotz des schrecklichen Schmerzes und angesichts der schlimmen Katastrophe, die uns letztes Jahr während Simchat Torah widerfuhr.

Dieses Jahr werden wir die Hakafot den Familien der Ermordeten, den Verletzten, der sicheren Freilassung der Entführten, der schnellen Genesung der Verwundeten und unseren heiligen und tapferen Soldaten widmen.

Lasst uns dieses Jahr mehr denn je an Simchat Torah tanzen und uns freuen, denn keine Not und kein Feind können diese Freude schmälern.“

[1]Parashat Bereshit, Gen. 1,1-6,8

[1] Anmerkung von der Redaktion: Oft benutzen jüdische Menschen an Feiertagen keine Handys, da es Elektronik ist. Ferner soll bei Feiertagen auch der soziale Aspekte wahrgenommen werden. Dies ist der Grund weshalb Talya erst an diesem Punkt mekte was los ist.

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